CORONA

WIR TAUCHEN DURCH DIE KRISE

wie sollte es auch anders sein …
natürlich war es freitag der 13te der unglück brachte. ausgangsbeschränkungen, schul- und geschäftsschließungen, corona, scheißdreck …
bereits in den tagen zuvor merkten wir in der agentur deutlich den rückgang an anfragen. termine und aufträge wurden abgesagt, es wurde ruhiger. von mir wurde ein notfallplan ausgearbeitet, der vorerst – nach rücksprache mit den kunden – das abarbeiten der bestehenden aufträge vorsah. das garantierte zumindest für die nächsten eineinhalb wochen noch ausreichend arbeit. danach wurden kollegen auf kurzarbeit umgestellt, das sichert nicht nur jobs, sondern auch das finanzielle überleben (von mitarbeiter und firma). bei uns wird keiner gekündigt, wir halten zusammen und tauchen durch die krise. das firmentelefon wurde auf mein handy umgeleitet. ich bin jetzt (wie in der anfangszeit vor 20 jahren) nicht nur die telefonzentrale, sondern mit stundenweisem journaldienst in der agentur, auch systemerhalter. schließlich kann es ja sein, dass wer anruft und was braucht.

jetzt, mehr als zwei wochen später …
haben ich ein realistisches bild der situation. das (arbeits)leben geht weiter. gott sei dank auch für uns! mit dem unfreiwillig auferlegten ausfüllen und einreichen von AMS/WKO-formularen kennen wir uns – dank andrea – mittlerweile aus. die tatsache, dass kunden von uns was benötigen, gibt mir mut, obwohl sich das arbeitsleben um einiges anders gestaltet als zuvor:
stundenweise und in unterschiedlichen teams werden aufträge abgearbeitet. im erdgeschoß produziert andreas, in der garage beklebe ich ein auto und wolfgang setzt im obergeschoß druckdaten. auf das gemeinsame mittagessen verzichten wir, jeder sitzt mit 5 meter abstand auf seinem schreibtisch und isst. wir achten auf unsere gesundheit. die bürotür ist versperrt, kunden haben keinen zutritt. fahrzeuge zur beklebung werden vor der türe abgestellt, der schlüssel hinterlegt. die abholung ist ganauso. ich kommuniziere aus dem obergeschoss vom offenen bürofenster hinaus mit kunden. drucksorten werden direkt zum kunden versandt oder –  wenn in der nähe – direkt ausgeliefert. ich vermute, wir müssen uns an diese form des arbeitsalltages aber ohnedies gewöhnen.

mir kommt vor, dass sich nach der schockstarre der ersten tage, einige wieder zusammengerauft haben. auch deren (arbeits)leben geht weiter, sofern ihnen nicht – wie aktuell im großteil des handels – zur gänze die hände gebunden sind und wo auf das wenige ersparte sorgsam aufgepasst wird. auf zaghafte telefonischen anfragen “ob wir eh was machen” und “ob man bei uns was bestellen kann“, antworte ich: “natürlich, gerne! wir freuen uns über jeden auftrag und über jede art von ‘normalem’ geschäftsleben“. das auftagsvolumen ist zwar nur ein geringer prozentsatz des normal üblichen, aber die bezahlung der miete für 260m² bürofläche , strom, telefon, lizenzgebühren für programme, firmenfahrzeuge, … ist gesichtert. ich versuche nichts zu stunden oder auszusetzen, ich tauche durch die krise und leiste meinen beitrag zu einem normalen geschäftsleben.

mein resümee der letzten beiden wochen …
8 folierungen, einige drucksorten (von der visitenkarte bis zur broschüre), inserate, ein paar werbeartikel, ein paar neue beauftragungen für fahrzeugbeklebungen und eine neue homepage (kurioserweise von einem linzer zahnarzt der jetzt endlich mal zeit hat). tolle telefonate mit kunden, die durchwegs eine positive grundeinstellung haben und längere lieferezeiten von lieferanten. irgenwie sind aber alle ‘gechillt’, anscheinend liegt in der ruhe die kraft. wenn das so bleibt, haben ich auch nichts dagegen. komischerweise bin ich – trotz dieser situation – dankbar und zufrieden. für meine arbeit, für kundenaufträge, für mein mitarbeiter. in der ruhe liegt die kraft.

diese zufriedenheit wünsche ich auch euch, viel kraft und gesundheit!

danke!

Harry Wimmer 29.03.2020

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